Sie möchten eine Zuchtanfrage an uns richten...
Sie werden bisher nur ein einziges meiner Kitten in einem anderen Zuchthaushalt finden. Das hat natürlich seinen Grund. Eigentlich geben wir unsere Kitten generell gar nicht in Zuchten. Dravida ist da eine wirkliche Ausnahme. Sabine, Dravida`s Schmusemama, wollte gern einen Wurf mit ihr machen. Ja ja.... denken jetzt viele. Nur einen einzigen Wurf.... das sagen sie alle. Ich bin mir absolut bewusst, dass es meist nicht bei einem Wurf bleibt und in diesem Fall fände ich das auch gar nicht schlimm. Ich habe sehr viel mit Sabine gesprochen, ich kenne ihre wohnlichen Verhältnisse und ihre Einstellung. Ganz selbstverständlich hat sie sich alles Wissenswerte von mir erzählen lassen, sich mit Hilfe von Büchern und dem Internet noch weiter informiert, viel viel Geld für entsprechendes Zubehör ausgegeben, sich im Verein angemeldet, einen super guten Tierarzt gesucht, der auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar ist, sich mit Geburten und Geburtsvorbereitung, Ernährung und Genetik auseinander gesetzt und und und. Kurz um, ich bin der festen Überzeugung, ob denn nun ein einziger Wurf, oder vielleicht doch noch den Einen oder Anderen mehr. Sabine wird es richtig machen. Sie fragt, wenn sie etwas nicht weiß, hört gut zu und ist immer um das Wohl ihrer Tiere mehr als nur bemüht. Ich habe ein gutes Gefühl und darum habe ich dem auch zugestimmt.
Das heißt aber jetzt nicht, dass ich darum meine Meinung geändert habe. Ich werde weiterhin meine Kitten früh kastrieren lassen und sie in Liebhaberhände geben.
Was aber nicht bedeutet, dass meine Tiere qualitativ schlecht wären, zur Zucht untauglich oder aber gar an Erbkrankheiten oder Verhaltensstörungen leiden.
Ich habe im Lauf der letzten Zeit immer häufiger hören und sogar auch sehen müssen, wie manche ach so "tierliebe" Züchter mit ihren Zuchttieren umgehen.
Angefangen damit, dass ein Kater nun mal irgendwann wenn er potent ist, anfängt zu markieren. Das ist sehr unangenehm und kann zu einer enormen Belastung für alle werden. Oftmals, natürlich nicht immer, werden diese Kater dann im engen Gäste WC, im Keller oder in einem Katerhaus im Garten untergebracht. Weit ab von ausreichend Zuwendung und vom Familienleben. Ich möchte nicht, dass einem meiner Zöglinge ein solches Leben bevorsteht. Ich wünsche mir für all meine Tiere ein sorgenfreies Leben bei Menschen die es lieben. Sie sollten in der Familie leben und jederzeit ihre Schmuseeinheiten einfordern können. Aber nicht nur Kater, sondern auch Kätzinnen werden oftmals ausgebeutet. Sie werden wie Gebärmaschinen gehalten und bekommen alle 6-8 Monate Babys. Dies ist in meinen Augen ein verantwortungsloses Verhalten. Sie leben zwar in der Familie, jedoch bin ich der Meinung, auch eine Zuchtkatze sollte einfach mal nur ganz unbeschwert spielen und toben können; einfach mal nur Katzen zu sein und nicht nur Mutter bis ins Rentenalter.
Sicher gibt es Kätzinnen, die mit Leib und Seele Mutter sind. Unsere Bibby würde sich auch aufopfernd rund um die Uhr 365 Tage im Jahr um ihre Babys kümmern. Doch gerade auch diese Tiere brauchen eine "Auszeit". Immer wieder kann ich bei ihr beobachten, wie sie die Babys der anderen Mütter mit versorgt und pflegt. Sogar nuckeln dürfen sie bei ihr. Aber dann sehe ich auch immer wieder wie sie ausgelassen mit den anderen Katzen spielt und die Kratzbäume herauf und herunter jagt. Diese ausgelassene sorgenfreie Zeit steht auch jeder Zuchtkatze zu.
Wenn unsere Lieben dann in den wohlverdienten Ruhestand gehen, sollten sie diesen in ihrer gewohnten und geliebten Umgebung verbringen dürfen; nicht ausrangiert wie ein altes Paar Schuhe, dass nicht mehr benötigt wird und nur Platz einnimmt, "entsorgt" werden. Meine Kastraten werden immer einen Platz an meiner Seite haben.
Jetzt gibt es einige Züchter die sagen: "Aber sie hat sich in der Gruppe nicht mehr wohl gefühlt!" Das kommt in Ausnahmesituationen sicher mal vor, und dann sollte man zum Wohle des Tieres entscheiden und es in einen ruhigen Haushalt vermitteln. Aber ich finde, man sollte den Kastraten auch erst einmal ausreichend Zeit einräumen ihre Position als Kastrat in der Gruppe zu finden. Und dass kann schon mal einige Monate dauern. Leider lassen viele ihren Tieren einfach nicht die nötige Zeit dazu.
Sie haben die gleiche Einstellung zu all diesem?
Sie möchten dennoch eine Zuchtanfrage an uns richten?
Bitte erwarten Sie keine Begeisterung meinerseits.
Sie werden mir eine Menge Fragen beantworten müssen, auch wenn sie schon jahrelang züchten.
Ich setzte natürlich die Mitgliedschaft in einem anerkannten Verein voraus und bitte hier auch um einen Nachweis. Sie sollten gesunde und gepflegte Tiere haben, die Sie ausgewogen und artgerecht ernähren und die unter ständiger medizinischer Kontrolle stehen. Ich erwarte ebenso Grundwissen über die Genetik, Geburtsvorbereitung und -hilfe, ausgewogene und artgerechte Ernährung, sowie das Grundwissen, zu allen gängigen Erkrankungen einer Katze. Darunter verstehe ich nicht nur das Wissen über die empfohlenen Impfungen und Entwurmungen, sondern auch vielmehr ein Grundwissen über Erberkrankungen, wie zum Beispiel HCM oder GSD4, über Parasiten, wie zum Beispiel Flöhe, Würmer und Pilzinfektionen, und auch über die gängigsten Viren und bakteriell bedingten Infektionen.
Wenn dann alles "stimmt" und ich es wirklich in Erwägung ziehe ein Kitten in Ihre Zucht zu geben, werde ich mir Ihren Zuchthaushalt und Ihre Tiere vorher anschauen, um mir ein reales Bild machen zu können und werde dann eine Entscheidung fällen.
Für alle Jungzüchter, oder die, die es noch werden möchten:
Bitte schaut Euch auch unsere Geburtsstatistik einmal an. In einer Katzenzucht liegen Freud und Leid leider sehr nah beieinander. Viele glauben blauäugig, ich kaufe mir jetzt eine Katze, lasse sie decken und habe ca. zehn Wochen später einen süßen niedlichen Wurf kleiner Trolle liegen... Friede Freude Eierkuchen. Sicher, es kann alles völlig komplikationslos laufen. Und ich gönne diese Erfahrung jedem. Leider mussten wir in unserer Zucht feststellen, dass die Realität oftmals ganz anders aussieht. Unser Start in die Zucht war alles andere als einfach. Viele hätten vielleicht auch gleich das Handtuch geschmissen. Wir haben weiter gemacht, allen ach so gut gemeinten Ratschlägen unserer Freunde und Bekannten zum Trotze. Und wir sind sooooo froh darüber.
Mehr zu unserem Start in die Zucht lesen Sie bitte hier ► Geburtsstatistik unserer kl. Hobbyzucht
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