Ein gut sozialisiertes Kätzchen
Wie sich die erwachsene Katze dem Menschen oder Artgenossen
gegenüber verhält, hängt in großem Maße davon ab, wie sie
aufgewachsen ist. In den ersten Wochen werden die Weichen für
das ganze spätere Leben gestellt. In dieser Zeit lernt das
Kätzchen von seiner Mutter Grundlegendes, wie Droh- und
Unterwerfungsgebärden und wie es sich anderen Katzen sowie auch
dem Menschen gegenüber zu verhalten hat, kurz gesagt – das
Sozialverhalten.
Nie mehr in seinem Leben ist ein Kätzchen so empfänglich für
äußere Reize wie während dieser „sensiblen Phase“.
Die Erfahrungen die es in den ersten Wochen seines Lebens macht,
werden sein ganzes weiteres Leben bestimmen.
Es gehört zu den Aufgaben guter Züchter, dafür zu sorgen, dass
die Katzenkinder mit viel menschlichem Kontakt und Zuneigung
heran wachsen.
Ist dieser Kontakt nicht ausreichend und die Kätzchen
weitestgehend sich selbst überlassen, werden sie dem Menschen
später mit Misstrauen begegnen und sich ihm nie mehr ganz
anschließen – sie wurden dem Menschen gegenüber nicht, oder nur
unvollständig sozialisiert.
Weitere Probleme entstehen auch dann, wenn die Kätzchen zu früh
von der Mutter und den Geschwistern getrennt werden. Damit nimmt
man ihnen die Möglichkeit, das soziale Verhalten ihrer
Artgenossen richtig zu erlernen, denn im Spiel mit den
Wurfgeschwistern und der Mutter wird das Erlernte geübt und
verfeinert.
Zu früh von Mutter und Geschwistern getrennte Kätzchen reagieren
später oft mit Unsicherheit, Zurückhaltung oder gar
Aggressivität anderen Katzen gegenüber. Ein solches Tier wird
sich, wenn überhaupt, nur sehr schwer an die Gesellschaft eines
Artgenossen gewöhnen können. Viel eher wird es eine typische
Einzelkatze bleiben.
Aus diesem Grund dürfen unsere Kitten erst mit der 14. Woche
ihre Koffer packen und von uns in ihr neues zu Hause ziehen.
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